seesaw

Im Mittelpunkt der Arbeit der beiden Künstlerinnen für diese Ausstellung steht die Ausgangsidee „Schaukel – seesaw“. Die Schaukel wird zur Metapher für eine veränderte Wahrnehmung von Zeit und Raum.

Bei Elisabeth Zwick wird die Leinwand zur Bühne eines unberechenbaren Spiels. Wie eine Wippe kippt die Leinwand in alle Richtungen, die Farbe wird zum autonomen Akteur. Was als gesteuerter Prozess beginnt, endet im Kontrollverlust. Die Werke fragen: Wo endet die Kontrolle der/s Künstler*in, wo beginnt die Eigenmächtigkeit des Materials? Was passiert, wenn wir diese Dynamik auf die großen Systeme unserer Zeit übertragen – auf KI, die sich der menschlichen Steuerung entzieht, oder auf Kriege und autonome Walen, die längst ihren eigenen Gesetzen folgen?

Bei Andrea G. Zingerle geht es um Gewichtung: leicht und schwer, Gleichgewicht und Bewegung. Ausgangspunkt sind Phänomene wie Schaukeln und Drehmoment, bei denen Kräfte, Richtungen und Momente des Schwindels erfahrbar werden. Diese Bewegungen versteht Zingerle auch als Metaphern des Lebens: auf und ab, hin und her, vor und zurück. Im Zentrum ihrer Malerei steht das einfühlsame Nachvollziehen dieser Dynamiken und der daraus entstehenden Assoziationen – festhalten und loslassen, fliegen und fallen, sehen und erinnern.